Valentino
Pflegestellen-Update: Valentino September 2026
Etwas mehr als einen Monat ist Valentino nun auf seiner Pflegestelle bei einem erfahrenen Hundetrainer in Köln – und es ist beeindruckend zu sehen, was sich in dieser kurzen Zeit bereits verändert hat.
Valentino ist ein achtjähriger Pastor Mallorquín und hat einen großen Teil seines Lebens hinter Gittern verbracht. Bevor er ins Tierheim Ajucan Mallorca Hundehilfe kam, saß er bereits monatelang in einer örtlichen Perrera. Sein Euthanasietermin stand damals schon fest.
Danach folgten fast drei Jahre im Zwinger bei Ajucan Mallorca Hundehilfe.
Drei Jahre, die nicht spurlos an einem Hund vorbeigehen. Valentino entwickelte mit der Zeit Stereotypien – einen regelrechten Zwingerkoller. Umso schöner ist es zu sehen, dass diese Verhaltensweisen in seinem jetzigen Umfeld mittlerweile vollständig verschwunden sind und er keine Stereotypien mehr zeigt.
Er wurde schließlich vermittelt, doch leider hielt sein Glück nicht lange an und er kam nach kurzer Zeit wieder zurück.
Wir von Lemuria haben Valentino daraufhin übernommen und hatten großes Glück: Wir fanden einen erfahrenen Trainer, der bereit war, ihn bei sich aufzunehmen und intensiv mit ihm zu arbeiten.
Und genau diese Chance nutzt Valentino gerade jeden einzelnen Tag.
Im Umgang mit Menschen zeigt er sich großartig. Auch Umweltreize bereiten ihm keinerlei Probleme. Fahrradfahrer, Jogger, schreiende Kinder – Valentino bleibt gelassen. Er hat inzwischen Stadttrainings absolviert und war sogar bereits bei einem Fußballspiel dabei. Auch dort zeigte er sich souverän und unbeeindruckt.
Seine große Baustelle war und ist das Sozialverhalten gegenüber anderen Hunden.
Nach all den Jahren der Isolation fehlten Valentino schlicht Erfahrungen und Möglichkeiten, angemessene Kommunikation mit Artgenossen zu lernen. Oft wusste er nicht, wie er Situationen richtig einschätzen und beantworten sollte. Gerade unsichere Hunde hat er in der Vergangenheit auch gerne einmal bedrängt und sich ihnen gegenüber etwas mobberig verhalten.
Doch genau hier zeigt sich inzwischen, wie viel Entwicklung möglich ist, wenn ein Hund die richtige Anleitung bekommt.
Valentino macht wahnsinnig gute Fortschritte.
Spaziergänge gemeinsam mit anderen Hunden sind mittlerweile problemlos möglich. Und inzwischen kann Valentino sogar ohne Leine gemeinsam mit mehreren Hunden im Freilauf unterwegs sein.
Dabei lernen wir ihn immer besser kennen. Trifft er auf einen souveränen Hund, der ihm klare Grenzen setzt, akzeptiert Valentino diese. Er geht nicht übermäßig in die Konfrontation und zeigt kein unverhältnismäßiges Aggressionsverhalten. Vielmehr bestätigt sich immer wieder, dass ein großer Teil seiner bisherigen Schwierigkeiten aus fehlender Erfahrung und mangelnder sozialer Kompetenz entstanden ist.
Und genau diese Kompetenz lernt er gerade.
Natürlich ist die Arbeit damit nicht beendet. Aber der wichtige Grundstein ist gelegt. Nun geht es darum, das Gelernte weiter zu festigen, Feinheiten auszuarbeiten und Valentino weiterhin klare, faire Orientierung zu geben.
Auch das Alleinbleiben wird auf seiner Pflegestelle bereits mit ihm aufgebaut und geübt.
Für Valentino suchen wir deshalb Menschen mit Hundeerfahrung, die verstehen, dass mit seinem Einzug nicht einfach alles „fertig“ ist. Menschen, die bereit sind, die bisherige Arbeit konsequent und fair weiterzuführen, ihm Sicherheit und Struktur zu geben und das Gelernte gemeinsam mit ihm weiter zu festigen.
Ein Zuhause bei absoluten Hundeanfängern sehen wir für Valentino nicht.
Dafür bietet seine jetzige Pflegestelle einen riesigen Vorteil: Valentino befindet sich in Köln und kann dort persönlich kennengelernt werden. Die Kennenlerntermine werden fachlich durch seinen Trainer begleitet.
Auch wenn bereits ein Hund im neuen Zuhause lebt, muss nicht nach einem einzigen Treffen entschieden werden, ob es passt. Valentino und der vorhandene Hund können sich unter Anleitung kennenlernen und es können mehrere gemeinsame Termine stattfinden. So kann in Ruhe und realistisch geschaut werden, ob die Hunde miteinander harmonieren.
Nach Perrera, beinahe erfolgter Euthanasie, fast drei Jahren Zwinger, Zwingerkoller und einer gescheiterten Vermittlung bekommt Valentino gerade endlich die Möglichkeit zu zeigen, wer er außerhalb eines Zwingers eigentlich ist.
Und dieser Hund macht uns gerade jeden Tag deutlich:
Da ist noch so viel mehr Valentino, als man hinter Gittern jemals sehen konnte.
Auf Pflegestelle in Köln
Update 02/2026
Noch auf Mallorca
Nach fünf Jahren an der Kette wurde Valentino in der örtlichen Perrera entsorgt.
Dort drehte er in dem kleinen Zwinger fast durch. Er entwickelte einen Zwinger-Koller, lief unaufhaltsam hin und her, auf und ab. Dadurch verlor der große Pastor Mallorquin über 10 kg – ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr ihn diese Situation seelisch und körperlich zerstört hat.
Valentino drohte zu kippen. Der Stress im Zwinger, das permanente Gebelle um ihn herum, die fehlende Struktur und Auslastung brachten ihn dazu, niemanden mehr an sich heranlassen zu wollen.
Als wir ihn, kurz vor seinem Euthanasierungstermin, aus der Perrera abholten, war es nicht möglich, ihm ein Sicherheitsgeschirr anzuziehen – so sehr wand er sich und machte deutlich, dass er nicht angefasst werden wollte.
Als Valentino zu uns ins Tierheim kam, war uns schnell klar, dass dieser Hund ein schweres Päckchen aus seiner Vergangenheit mitgebracht hat.
Menschen hatte er bis dahin ausschließlich mit Negativem verbunden. Als Schutzmechanismus und Coping-Strategie wählte er zeitweise das Knurren, um ganz sicherzugehen, dass man sich ihm nicht näherte.
Einige Zeit verging, und wir hatten das Glück, dass sich ein Trainer ehrenamtlich Valentino annahm. Mit Maulkorb und viel Struktur lernte Valentino, dass das Leben nicht nur aus Kette und Zwinger besteht.
Strukturierte Spaziergänge lasteten ihn aus. Der regelmäßige Kontakt zu unseren Pflegern sowie zu ehrenamtlichen Gassigängern, die sich nicht nur einmal, sondern in wiederkehrenden Mustern mit ihm beschäftigten, ließ eine ganz andere Seite von Valentino zum Vorschein kommen.
Heute hat sich Valentino um 180 Grad gedreht: Er weist menschliche Nähe nicht mehr ab, sondern lechzt förmlich danach.
Die einzige Thematik, die noch nicht 100% aus ihm raus ist, sind frontale Hundebegegnungen. Wir gehen stark davon aus, dass ihm an der Kette beigebracht wurde auf frontale, vor ihm passierende Reize stark zu reagieren. Bei strukturierten Spaziergängen mit anderen Hunden fiel uns auf, dass es für ihn weniger ein Problem darstellt, wenn der Hund hinter ihm läuft. Mit Struktur und Führung lässt er sich gut korrigieren und wird mit jedem Meter etwas lockerer.
Aggressionsverhalten richtet sich dabei nicht gegen seine Bezugsperson.
Im Bezug auf Menschen zeigt er heute keinerlei Aggressionsverhalten.
- Pastor-mallorquin Mischling
- Rüde, kastriert
- Geboren 01/2018
- Größe: ca. 60 cm
- Gewicht: ca. 28 Kg
- Standort: Deutschland
Ansprechpartner:
Mandy Drenhaus
+49 (0) 2828 9021044 (Mo-Fr 11-15 Uhr)
mandydrenhaus@ajucan.org















